HSU-Logo

Branchenprimus Magyar Telekom baut Mobilfunknetz aus

BUDAPEST (owr/gtai)--Der Branchenprimus in Ungarn, Magyar Telekom, hat im Frühjahr sein Investitionsprogramm für den Ausbau seiner Mobilfunk-Infrastruktur auf den Weg gebracht. Zusammengearbeitet wird dabei mit Ericsson aus Schweden. Die Investitionen des Unternehmens in Ungarn werden damit allein seit 2005 auf insgesamt rund 1,8 Mrd EUR steigen. Zuvor schon hatten die norwegische Telenor und Vodafone ihre Investitionsprogramme gestartet. Telenor arbeitet in Ungarn mit ZTE aus China zusammen und investiert bis 2015 rund 200 Mio EUR. Vodafone hat ebenfalls chinesische Huawei als Zulieferer ausgewählt. Es geht jeweils um den Ausbau der Mobilfunk-Breitbandinfrastruktur für die vierte Mobilfunkgeneration, sogenannte 4G-Technologie.

Vodafone hatte sein Modernisierungsprogramm schon 2007 gestartet und befi ndet sich im Frühjahr 2011 in der zweiten Ausbauphase. Auch hierfür liegen die Investitionen „deutlich über 100 Mio EUR“, wie ein Konzernsprecher mitteilt. 400 neue Basisstationen sollen installiert werden und 99% des Landes bis Mitte 2012 mit mobilem Hochgeschwindigkeits- Internetzugang abgedeckt werden. Insgesamt wird Vodafone nach Abschluss dieses Netzausbaus annähernd 1,5 Mrd EUR in Ungarn investiert haben. Huawei will die Zulieferungen aus seinen beiden ungarischen Werken, Elcoteq in Pécs, Südwest- Ungarn, und Foxconn in Komarom aus West-Ungarn vornehmen. In Pécs wird Huawei eine Europa-Zentrale einrichten, wie der Konzern in diesem Frühjahr ungarischen Regierungspolitikern mitgeteilt hat.

Magyar Telekom, an der die Deutsche Telekom mehrheitlich beteiligt ist, wird in sein Mobilfunknetz kurzfristig bis zu 150 Mio EUR investieren, das dadurch bis 2013 landesweit zu einem Hochgeschwindigkeits- Netzwerk (HSPA+) ausgebaut werden soll. Ericsson wird im Auftrag von Magyar Telekom RBS 6000-Ausrüstungen installieren, um die älteren Mobilfunk-Basisstationen aufzurüsten und auch um neue einzurichten. Für diese Investitionen wurde in diesem Frühjahr grünes Licht gegeben, obwohl die gesamte Telekomsparte in Ungarn mit einer dreijährigen Sondersteuer - auf den Jahresumsatz - belastet ist. Diese rückwirkend eingeführte Sondersteuer hat im vergangenen Jahr nach Angaben von Magyar Telekom annähernd die Hälfte des Unternehmensgewinns „aufgezehrt“. Allein Magyar Telekom investiere in Ungarn regelmäßig mindestens so viel wie die von der Regierung stark geförderte Kfz-Industrie, stellt der Konzern heraus. Der industrielle Sektor ist von den neuen selektiven Sondersteuern ausgenommen geblieben. Auch in den nächsten Jahren könnte es bei einer starken Differenzierung in der Unternehmensbesteuerung bleiben, wie Ungarns Regierung angekündigt hat. Die Investitionsprogramme der Mobilfunkanbieter sind in Ungarn auf den Weg gebracht worden, obwohl die Vergabe von 4G-Frequenzen noch aussteht. Sie ist nunmehr von Regierungsvertretern für die zweite Jahreshälfte des laufenden Jahres angekündigt worden. In Kraft getreten ist vor wenigen Wochen eine Neuregelung der Nutzungsgebühren für Mobilfunkfrequenzen. Diese waren laut Branchenvertretern Anfang dieses Jahres fast doppelt so hoch wie im EU-Durchschnitt und boten keine Anreize für einen Netzausbau. Das neue Regime sieht unter anderem vor, dass die Erhebung nicht mehr auf Grundlage der Anzahl der Basisstationen erfolgt und dass es bei „umfangreichen“ Investitionen in den Netzausbau für vier Jahre zu einer Halbierung der Nutzungsgebühr kommt.