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Fördermittel für angeschlagene EU-Länder

1.8.2011  Die Europäische Kommission machte am Montag den Vorschlag, dass die finanziell angeschlagenen EU-Länder Griechenland, Irland, Portugal, Rumänien, Lettland und Ungarn nur noch fünf Prozent der Gesamtkosten der EU-Hilfen selbst finanzieren müssen.

Sechs wirtschaftlich angeschlagene EU-Länder sollen künftig leichter an Fördermittel herankommen. Die Europäische Kommission schlug am Montag vor, dass Griechenland, Irland, Portugal, Rumänien, Lettland und Ungarn künftig nur noch fünf Prozent der Gesamtkosten eines von der EU geförderten Vorhabens selbst finanzieren müssen. Die EU solle den Rest zahlen.

Dazu müsse die EU keine neuen Mittel aufbringen, erklärte EU-Kommissar Johannes Hahn am Montag in Brüssel. Vielmehr könne Geld, dass im Rahmen der europäischen Struktur-, Fischerei- und Landwirtschaftsfonds bereits gebunden ist, früher ausgezahlt werden.

Mit der Erhöhung des Unionsbeitrags auf bis zu 95 Prozent können die betreffenden Länder Projekte für mehr Wachstum und Beschäftigung durchführen, ohne ihre nationalen Haushalte noch stärker zu belasten. „Wir können keine Haushaltskürzungen fordern und gleichzeitig eine Kofinanzierung für EU-Projekte“, sagte Hahn.

Normalerweise müssen Staaten zwischen 15 und 50 Prozent der Kosten für ein Vorhaben aus eigener Tasche zahlen – eine Anforderung, die wirtschaftsschwache Länder oft nicht erfüllen können. Wichtige Projekte zur Ankurbelung des Wachstums blieben so auf der Strecke.

Eine Art „Marshall-Plan

Dem will die EU nun Abhilfe schaffen. Der Präsident der Europäischen Kommission, José-Manuel Barroso, erklärte, der Beschluss bedeute eine kräftige Finanzspritze für die einzelnen Volkswirtschaften und entlaste die nationalen Haushalte. Dieser „außergewöhnliche Vorschlag“ sei der Beitrag der Kommission „zu einer Art ´Marshall-Plan´ für die Belebung der Wirtschaft“. Barroso forderte das Europäische Parlament und den Rat auf, dem Beschluss schnellstmöglich zuzustimmen, damit die Mittel bis Anfang kommenden Jahres bereitgestellt werden könnten.

Durch die Anhebung der Kofinanzierungssätze auf maximal 95 Prozent werden für die sechs EU-Länder kurzfristig Mittel im Volumen von insgesamt 2,9 Milliarden Euro für diverse Projekte frei. Griechenland stünde davon von den sechs Ländern mit knapp 880 Millionen Euro am meisten zur Verfügung. Die Mittel kommen aus einem für die Jahre 2007 bis 2013 aufgelegten Fonds für diese Länder in Höhe von 91 Milliarden Euro, aus dem bislang nur etwa 23 Milliarden Euro ausgezahlt wurden.

Denn den Ländern bleibt es freigestellt, Fördermittel zu beantragen. Und eine Hürde bleibt für die sechs EU-Länder gleichwohl bestehen: Sie müssen nachweisen, dass sie das Geld für sinnvolle Projekte zur Wachstumsförderung beanspruchen. An dieser Anforderung ändere sich nichts, sagte Hahn.
Die Auswahl der sechs Länder erklärte Hahn mit einem systematischen Ansatz. Die betreffenden Staaten seien in internationalen Hilfsprogrammen, während andere Länder wie beispielsweise Bulgarien als ärmstes EU-Land bislang auf eigenen Beinen gestanden seien.





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