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Aufatmen, aber keine Entspannung in Osteuropa

06.09.2011 Forint und Zloty erstarken, Franken bleibt aber teuer

Wien/Budapest - Frankenkredite waren über Jahre hinweg der große Exportschlager österreichischer Banken in Osteuropa. Zuletzt hat die hohe Verschuldung in der Schweizer Währung tausende Kreditnehmer in Ungarn, Polen und Co in die Pleite getrieben und ganze Staaten zum Wanken gebracht. Die Entscheidung der Schweizer Notenbank, den Franken an den Euro anzubinden, hat daher für eine gewisse Erleichterung gesorgt.

Ein Franken kostete noch Montagabend 250 Forint, am Dienstag waren es nur mehr 230; eine Schwächung von neun Prozent. Gegenüber dem polnischen Zloty verlor der Franken sieben Prozent. Damit verbilligen sich die monatlichen Tilgungsraten vieler Kreditnehmer: In Osteuropa sind die Fremdwährungsdarlehen im Gegensatz zu Österreich nicht endfällig, Kunden spüren die Preisveränderungen also jedes Monat.

Allerdings warnen Analysten vor übertriebenen Hoffnungen. Der Franken ist in Polen immer noch um 50 Prozent teurer als zu jener Zeit vor der Krise, als die meisten Menschen ihren Fremdwährungskredit aufgenommen haben. In Ungarn beträgt die Preisdifferenz 40 Prozent, heißt es in einer Analyse von Goldman Sachs. Zudem wurde der Franken nur an den Euro angebunden: Sollten Forint und Zloty abwerten, würden Rückzahlungen wieder steigen.

Polen und Ungarn zählen neben Kroatien zu den Staaten mit der größten Frankenproblematik. In Ungarn wurden 70 Prozent der Hypothekarkredite in Fremdwährungen vergeben, die meisten in Franken. Zuletzt ist in allen drei Staaten der Anteil an faulen Krediten kräftig angestiegen. Besonders in Ungarn hat die Entwicklung dramatische Züge angenommen. Insgesamt haben Österreichs Banken laut Finanzmarktaufsicht ein Fremdwährungskredit-Exposure von 176,9 Mrd. Euro. Davon wurden fast 120 Milliarden in Osteuropa vergeben, das entspricht 40 Prozent der heimischen Wirtschaftsleistung. (szi, DER STANDARD; Print-Ausgabe, 7.9.2011)