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Orban: „Land ist in einer gefährlichen Lage“

6.9.2011 BUDAPEST (owr)--Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban hat in dramatischen Worten vor Verhältnissen wie im pleitebedrohten Griechenland gewarnt. Das Land habe die Möglichkeit, auf den „griechischen Weg“ abzurutschen oder mit den vor einem Jahr gestarteten wirtschaftlichen Reformen voranzukommen, sagte Orban in Budapest. Die europäische Schuldenkrise werde zunehmend zur Bedrohung. „Ungarn ist in den letzten drei Monaten in eine wirklich gefährliche Situation geraten“, sagte der Regierungschef laut der Nachrichtenagentur Reuters.

Um wirtschaftlich nicht noch tiefer abzurutschen, will die Regierung den Haushalt stärker als geplant kürzen. Ein Loch von 80 Mrd bis 100 Mrd HUF (rund 300 Mio bis 370 Mio EUR) müsse im laufenden Jahr gestopft werden, weil das Wachstum geringer als erwartet ausgefallen sei, sagte ein Staatssekretär Orbans zuvor im ungarischen Fernsehen. Er kritisierte die Hochzinspolitik der ungarischen Zentralbank. Der Leitzins liegt seit Januar bei 6%.

Das Wirtschaftswachstum verlangsamte sich im zweiten Quartal und lag nur noch bei 1,5% der Wirtschaftsleistung auf Jahresbasis. Ungarn verstieß vor einem Jahr gegen Vereinbarungen mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF). Die Regierung setzte auf einen globalen Aufschwung. Sie verhängte eine pauschale Einkommensteuer von 16%, führte eine Spekulationssteuer ein und entnahm dem Pensionsfonds rund 15 Mrd USD. Eine Einkommensteuersenkung von rund 400 Mrd HUF kurbelte aber nicht wie erhofft den Konsum an.