|
|
|
| ♦ |
Ungarn muss unter IWF-Aufsicht saniert werden AGP. Ungarn kann die Krise ohne Intervention des IWF nicht bewältigen: Budapest feilscht zwar noch heftig über die Bedingungen der finanziellen Hilfe. Doch auch wenn sich Ungarn noch sträubt, halten Ökonomen ein Stand-by-Arrangement (SBA) am wahrscheinlichsten. Ungarn gerät immer stärker in Bedrängnis. Seit der Herabstufung auf Ramschniveau durch Moody´s letzte Woche, wächst der Druck der Märkte auf Ungarns Forint und die Fremdkapitalkosten, so die Financial Times. Dennoch ist Ministerpräsident Viktor Orbán nicht bereit einzulenken und ein SBA, bei dem die Auszahlung der Tranchen an Bedingungen geknüpft wäre, zu akzeptieren. Er möchte finanzielle Unterstützung ohne jegliche Sparauflagen, um das Wachstum zu fördern. Orban besteht auf ein einfaches „Sicherheitsnetz“ oder sogenanntes precautionary agreement, bei dem Geld nur im äussersten Notfall abgerufen werden kann. Ungarn befürchtet wohl eine zu starke Überwachung ihrer eigenen Politik. Der IWF und die EU hatten Ungarn bereits 2008 mit einem Notkreditpaket von 20 Milliarden Euro vor dem Bankrott gerettet. Doch seitdem habe sich viel im Land getan. „Wir haben unsere Staatsverschuldung von 81 auf 76 Prozent reduziert und die Reserven der Zentralbank verdoppelt“, erklärt Wirtschaftsminister Zoltán Cséfalvay der Financial Times. Unabhängige Ökonomen bestätigen zwar die Bilanz, jedoch wächst der Druck der Märkte, die auf strenge Auflagen pochen, um die Politik Ungarns berechenbar zu machen. Ungarn wird über kurz oder lang auf die Bedingungen eingehen müssen. Im nächsten Jahr soll es nämlich 4,6 Milliarden Euro Schulden zurückzahlen – wenn sich die wirtschaftliche Lage verschlechtert, ist das ohne IWF kaum unmöglich. Nachdem Budapest im Sommer 2010 die Verhandlungen mit dem IWF abgebrochen hatte, sollte es jetzt mit dem IWF vernünftigerweise eine Einigung anstreben. |