Zinsanhebung soll Forint stützen
10.12.2011 AGP. Ungarn hat Finanzanalysten zufolge aus
volkswirtschaftlicher Sicht einen turbulenten November erlebt.
Zunächst war der Forint stark unter Druck geraten, was die
ungarische Notenbank zu einer Zinsanhebung (von 6% auf 6,5%)
veranlasst hat. Die Ratingagentur Moody's hatte zuvor die
Kreditwürdigkeit der Republik Ungarn herabgestuft und dem Land damit
das bisherige Investmentgrade-Rating entzogen. Zur Begründung wurde
unter anderem auf die hohe Fremdwährungsverschuldung bei
gleichzeitig sehr schwachem Wachstumsausblick verwiesen.
Wenig später hat die Budapester Regierung den IWF um Hilfe gebeten,
nachdem man in den Vormonaten stets davon gesprochen hatte, keine
Hilfe zu benötigen. Immerhin war das Wirtschaftswachstum im dritten
Quartal besser ausgefallen als erwartet. Die Vorlaufindikatoren
deuten allerdings auf ein Schrumpfen der ungarischen Volkswirtschaft
im 4. Quartal hin.
Auf der Inflationsseite deutet sich ein vorerst anhaltender
Preisdruck nach oben an, der durch die Schwäche des Forint und damit
höhere Importpreise noch verstärkt werden dürfte. Damit könnte zur
Stärkung der Währung eher eine weitere Zinsanhebung der Zentralbank
anstehen, obwohl für die Stimulierung der Volkswirtschaft eine
Zinssenkung geboten wäre.
Der inkonsistente wirtschaftspolitische Kurs der ungarischen
Regierung und deren leider oft schlecht kommunizierte Massnahmen
belasten Währung und Wirtschaft zusätzlich und dürften auch die
Gespräche mit dem IWF nicht leichter machen, die voraussichtlich im
Januar beginnen. Die Kurse ungarischer Anleihen haben im November
deutlich nachgegeben.
Der ungarische Aktienmarkt war hingegen einer der stärksten der
Region und hat auf den Monat auf Indexbasis fast unverändert
geschlossen.