Leitzins bleibt unverändert
24.01.2012 (AGP) Die ungarische Zentralbank hebt den höchsten
Leitzins Europas nicht an - er verbleibt auf 7 Prozent. Die
ungarische Zentralbank hat den Leitzins nicht angehoben - eine
grosse Überraschung für die Finanzexperten. Der Leitzins bleibt
damit weiterhin bei 7 Prozent, teilte die MNB am Dienstag mit.
In Ungarn gibt es den derzeit höchsten Leitzins innerhalb der
Europäischen Union. Das zentraleuropäische Land ist EU-Mitglied,
aber nicht in der Eurozone.
Von den 21 Volkswirten, die die Nachrichtenagentur Bloomberg befragt
hatte, hatten 15 Experten mit einem Anstieg des Leitzinses um 0,50
Prozentpunkte gerechnet. Fünf Volkswirte hatten einen Zinsschritt um
0,25 Prozentpunkte prognostiziert. Nur ein einziger der befragten
Experten hatte zuvor den unveränderten Leitzins der ungarischen
Notenbank erwartet.
Zuletzt hatte die Zentralbank den Leitzins im Dezember von 6,5 auf 7
Prozent erhöht. Am europäischen Anleihenmarkt werden ungarische
Staatsanleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren aktuell mit einem
Zinssatz von 8,93 Prozent gehandelt.
Die ungarische Notenbank hatte zuletzt den Leitzins erhöht, um den
ungarischen Forint vor einer weiteren Abschwächung zu schützen.
Zuletzt hatte sich die Flucht aus dem Forint etwas abgeschwächt und
die hohen Risikoaufschläge für ungarische Staatsanleihen sind
gesunken.
Im vergangenen Jahr hatte Ungarn den Internationalen Währungsfonds
(IWF) und die EU um Finanzhilfe gebeten. Nach der Herabstufung der
Kreditwürdigkeit auf Ramsch-Status hatte der ungarische Forint
zeitweise massive Kursverluste verzeichnet. Am Morgen waren die 27
Finanzminister der EU-Staaten in Brüssel zusammengekommen, um über
laufende Defizitstrafverfahren zu beraten. Sie wollen Ungarn unter
Druck setzen, das seinen Haushalt nur mit Einmalmassnahmen saniert
und damit EU-Vorgaben verletzt. Im weiteren Verlauf der Prozedur
riskiert Budapest, dass milliardenschwere Fördergelder aus Brüsseler
Töpfen auf Eis gelegt werden.
Aron G. Papp